Bibliotheken sind Entwicklungshelfer für Neue Medien

Die 9,5 Millionen Benutzer der öffentlichen Bibliotheken in Deutschland gehören zu den mit Abstand aktivsten Medienkäufern und sind deshalb für alle Verlage eine unverzichtbare Zielgruppe.


Darum ist es auch kein Zufall, dass die Verkaufszahlen für DVDs und Hörbücher immer gerade dann begannen „abzuheben“, nachdem öffentliche Bibliotheken diese Medien großflächig in ihr Sortiment aufnahmen.


Öffentliche Bibliotheken bieten ihren Benutzern einen finanziell risikolosen Einstieg in die Nutzung neuer Medien. Sowohl die gesenkte Zugangsbarriere, als auch das hohe Vertrauen in die Institution führt die Benutzer zu einer intensiven Beschäftigung mit dem neuen Medienangebot. Diese Möglichkeit des „Ausprobierens“ und Testens, unterstützt durch eine fachkundige Beratung seitens der Bibliothekare, schafft positive Nutzungserfahrungen: Eine wichtige Voraussetzung für die spätere Kaufentscheidung.

Die Nutzung neuer Inhaltsangebote und Medienformen ist für den Interessenten zudem häufig mit einer Investition in die nötige Hardware verbunden. Diese Hemmschwelle wird von Bibliotheksbenutzern viel leichter überschritten, weil sie sicher sind, dass eine ausreichende und dauerhafte Mediengrundversorgung durch die Bibliotheken gewährleistet ist und diese Investition rechtfertigt. Bibliotheken können deshalb berechtigterweise zu den "Entwicklungshelfern" für Neue Medien gezählt werden.

Verlage, deren Programm digitale Angebote enthält, sollten sich den Zugang zu diesen, neben den Vielkäufern und Trendsettern, wichtigsten Multiplikatoren nicht entgehen lassen. Denn Bibliotheken und ihre Benutzer haben einen wesentlichen Anteil daran, dass Verlage für ihr Angebot an Neuen Medien die erfolgsnotwendige kritische Masse schnellstmöglich erreichen.